Nachhaltig, Fair und öffentlich. Wie denn nun?

Wer sich ein bisschen in der Welt der Modeblogger rumtreibt – auch nur als Besucher – hat sicherlich mitbekommen, dass aktuell das Thema Nachhaltigkeit (+ Fair + Ökologisch + Gesund) mal wieder in den Vordergrund gerückt ist.
Da war zuerst Madeleine, die auf ihrem Blog dariadaria vor über einem Jahr beschloss, nachhaltige Kleidung zu konsumieren und zu präsentieren. Alles immer inklusive Informationen, woher das kommt, was sie trägt, und wo man es erwerben kann. Und die dann Ende Januar einen Schlussstrich zog: ICH BIN EIN NAIVES DUMMCHEN – so der Titel des Posts, in dem sie erklärt, wie ein Haufen ätzender Zickenkommentare sie nun dazu brachte, zwar nach wie vor möglichst nachhaltig und fair produzierte Stücke zu kaufen und zu tragen, sie aber eben nicht mehr explizit zu bewerben. Denn anscheinend weiß niemand so genau, ob zehn Paar Biosocken nun ein Paar Nikes aufwiegen können, sollten, dürfen, aber ganz genau, dass der oder die andere jedenfalls immer schlechter ist.
Bei den großartigen Janes gab’s nun ein Interview mit Madeleine zu lesen, das in meinen Augen die ganze Kiste nochmal absurder wirken lässt – und das hoffentlich auch ein paar der Leute auf den Teppich bringt, die meinen, das Leben anderer Personen aufgrund dessen bewerten zu können, was von ihnen im Internet zu lesen ist. Wir sind alle Menschen – und keine simplen Internetpräsenzen, die Perfektion bräuchten und könnten.Bei Andrea Morgenstern gibt’s ebenfalls einen schönen Text dazu.

Nachhaltigkeit ist eines dieser Gebiete, auf denen alle irgendwie immer besser und gleichzeitig schlechter sind als die anderen: “Was, deine Schuhe sind von H&M?” – “Tja, dafür ist mein Kaffee Bio, mh?” Und mit dem wir uns alle das Leben so richtig schön schwer machen können – obwohl es eine so gute Idee ist.
Prinzipiell gehöre ich zu den Leuten, die versuchen, das Thema entspannt anzugehen. Bio & Fair & Nachhaltig immer gerne, aber eben nur, wenn es möglich ist. Und die Unmöglichkeit darf dann auch darin liegen, dass ich dieses eine Mal aber eben gerne eine Packung Kinderschokolade kaufen möchte, dass ich an der Autobahnraststätte unbedingt den McNamnam essen will, dass mein altes Handy zwar noch funktioniert, das neue aber ‘ne bessere Kamera hat, dass dieses eine Kleid bei Zara so verdammt viel schicker ist als alle anderen …ihr versteht. Nur mit dem ABER versehen: In Maßen. Der letzte McNamnam liegt weit über ein Jahr zurück.
Zumindest in Bangkok ist die Garküche besser besucht als McDonald’s.

In puncto Nachhaltigkeit gebe ich nicht mein Bestes, aber doch immerhin in etwa das Drittbeste, und das verlangt zwar nicht nach Anstrengung, aber nach Disziplin und Überlegung.

Mit dieser Ankündigung, eine Postreihe zum Thema Nachhaltig, Ökologisch & Fair zu starten (die hiermit dann gemacht wäre :)), soll auf keinen Fall ein Zeige- oder sonstiger Finger erhoben werden.
Allerdings denke ich, dass es eine gute Idee ist, hier darüber zu schreiben und einen Ort mehr zu erstellen, an dem man sich mit Ansichten und Ideen versorgen kann. Außerdem bin ich alleine durch meine Arbeit ohnehin immer wieder auf’s Neue mit den Fragen konfrontiert, ob ich es überhaupt gut finde, die Welt mit neuen Dingen zu versorgen, woher ich Materialien beziehe und wie ich selber arbeiten möchte. Und mit meinen privaten Versuchen, mein Konsumverhalten meinen Ansichten anzupassen, werdet ihr auch nicht verschont.
Ich fertige und verkaufe Schmuck, der zwar schön ist, aber nur bei allerallerbester Behandlung an die Enkel vererbt werden kann. Nachhaltig ist das jedenfalls nicht. Wie gehe ich damit um?

 

Folgende Themen werde ich mir im monatlichen Rhythmus vornehmen und O so gerne auch mit euch diskutieren.
Geld & Gewissen: Woher kommen die Dinge?August

Wie viel Bio & Fair geht denn überhaupt?
September
Shopping-Alternativen zu Amazon
Hier könnt ihr lesen, warum ich seit über einem Jahr auf Amazoneinkäufe verzichte und wie das funktioniert.Oktober
Alles Müll – Über das Anhäufen und Vermeiden.

November
Offen für ein Wunschthema oder Fazit

…Und wenn’s noch mehr zu bequatschen gibt, wird die Reihe fortgesetzt.

Leckerlecker Banane. Mit Biosiegel?

Ich würde mich unheimlich freuen, mit anderen Leuten – sehr gerne auch Bloggern – zusammenzuarbeiten. Wenn ihr eine Idee habt, wie ihr euch bei einem oder mehreren Themen einbringen möchtet (Ein super Tofu-Rezept? Ein fair produzierendes Klamottellabel? Null Bock auf vegan? Immer her damit.), tretet gerne mit mir in Kontakt (maren . wilczek [at] googlemail . com) und wir denken uns was aus.

Fragen und Anregungen nehme ich gerne per Mail oder Kommentar entgegen.

Ansonsten bin ich sehr gespannt, was draus wird und hoffe, ihr seid das auch. 🙂


Maren

5 Kommentare bei „Nachhaltig, Fair und öffentlich. Wie denn nun?“

  1. Hallo 🙂

    Ich freue mich sehr auf die Reihe und bin sehr gespannt. Ich bin gerade über einen anderen Blog auf deinen gelangt und finde die Idee großartig!

    Ich finde das Thema sehr wichtig. Und ich versuche auch darauf zu achten, was ich kaufe und wo das her kommt, aber manchmal ist es eben die Schokolade, die einfach so lecker ist, aber weder gesund noch fairtrade ist.

    Also ich freue mich auf deine Beiträge und werde sie fleißig verfolgen! 🙂

    Liebe Grüße,
    Stephanie

  2. ich habe die aktion bei heldenwetter entdeckt und freue mich auf die beiträge – ich denke den ein oder anderen monat kann ich auch was dazu beitragen. liebe grüße *thea

    1. Hallo Thea, schön, dass dir die Idee gefällt 🙂
      Ich würde mich sehr freuen, wenn du auch mitmachst – für mehr Infos kannst du mich auch gerne per E-Mail oder Facebook kontaktieren.
      Liebe Grüße
      Maren

  3. WOW… ich bin begeistert! über facebook verfolge ich averagepony schon seit längerem und begrüße diese aktion von ganzem herzen! ich selbst bin auf utopia aktiv und mache mir seit einigen jahren gedanken um den themenkreis konsum, klamotten (die eben nicht aussehen, als seien sie aus dem öko-eso-zentrum)… ich bin jedenfalls sehr gespannt, wohin dich deine reise führt! alles gut und weiter so!

    1. Dankeschön! 🙂 Der März hat grad mit dem Thema Kleidung gestartet, da findest du sicher ein paar spannende Texte, auch auf den anderen teilnehmenden Blogs. Auf Utopia bin ich viel zu selten, hab ich grad beim Aufrufen der Seite gemerkt. Merci für diesen Tipp!
      Liebe Grüße
      Maren

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