Was ich eigentlich mache – Und Warum

Wenn der Blog schon noch am Anfang steht, dann fange ich vielleicht zu diesem Zeitpunkt am Besten auch einmal von vorne ein. Wenn ich Euch hier regelmäßig einen Eindruck von meinem Leben und dem ganzen Bunten Kram darin und rundherum geben möchte, würde ich sicherlich ziemlich oft in Erklärungsnot zum „Wie jetzt?“ und „Hä? Warum?“ kommen.
Arbeitszimmerliebe. Hier wusel, werkel und wundere ich seit November 2013 rum. Ja, studiert wird auch manchmal.
Ich bin jetzt 25 und fange gerade an, so richtig erwachsene Sachen zu machen. Vor ein paar Jahren, vielleicht sogar erst Monaten war das noch nicht so: Ich studiere jetzt bald im 13. Semester. Das mag so manchem Langzeit-Diplom-Studenten gar nicht so doll vorkommen, aber mit der ganzen Bachelor-Master-Geschichte bin ich schon ein richtig alter Hase an der Uni. Erst war’s Psychologie, die nach dem Abi spannend klang und, weil das Abi es zuließ, auch direkt studiert wurde. Neue Stadt – Leipzig – neue Freunde, ein komplett neues Leben nach dem Schulalltag. Das ganze Schöne hat mich viel zu lange davon abgehalten, zu merken, dass das Studium nicht so richtig zu mir passt. Drei Jahre später (für Mitrechner: Wir schreiben 2011) hatte ich also ein Bachelorzeugnis in der Hand, das da irgendwie nicht so richtig hin passen wollte.
15 Jahre vor dem ersten Bachelorabschluss. Niemand hat mich gewarnt!
Auf der Anderen Seite waren da dann Leipzig, großartige Menschen und als i-Tüpfelchen, das eigentlich den Rest vom Buchstaben voll erdrückt, auch noch eine ziemlich großartige Liebe. Gedanken ans Weiterziehen kamen sicher nicht auf.
Stattdessen gab’s ein neues Studium. Denn hey, wenn Psychologie selbst mir nicht ganz liegt, kann man das Gelernte vielleicht ja ein wenig mit neu zu Lernendem verbinden. Dachte ich mir und fing an, Wirtschaftswissenschaften (ebenfalls mit dem Ziel Bachelor) zu studieren. Und da saß ich plötzlich in den Vorlesungen und fand so gut wie alles, was mir erzählt wurde, ziemlich interessant und hatte das Gefühl, meine Richtung gefunden zu haben. Denkste.
Da guckt sie im Winter 2010 noch ziemlich schüchtern aus der Wäsche: Die Uni.
Das Studium erwies sich als deutlich härter und zäher als das vorherige und Leipzig hörte rundherum nicht auf, spannender zu werden. Zu allem, was mich sonst noch von der Uni ablenken könnte, kam plötzlich noch ein halbes Jahr, in dem mein Freund und ich dem Konzeptwerk Neue Ökonomie dabei geholfen haben, regelmäßige Partys und Veranstaltungen zu schmeißen. Wir
haben heute einen Dachboden voll mit Dekozeugs, das man auf Partys gebrauchen kann – als Krönung ein ponygroßes Einhorn aus Pappmaché, das auf Knopfdruck mit den Augen leuchten und Konfetti pupsen kann. Oh ja. Es ist also vielleicht vorstellbar, wie bunt dieses halbe Jahr ablief.
Nebenbei gab’s ja auch, was hier bisher unerwähnt blieb, aber seit Jahren ziemlich Mittelpunkt meines Alltags ist: Average Pony, mein kleines Schmucklabel. Schmuck gewerkelt habe ich irgendwie schon immer, mit dem Dawanda-Shop und vielen, vielen Märkten wurde dann sowas wie ein Business draus.
Also, das mit Fokus auf die Uni, Studium gut abschließen und dann einen fetten Job absahnen, das ging irgendwie nicht so richtig auf. Das WiWi-Studium wollte und wollte nicht aufhören und eines Tages ging es los, dass dieser „Will ich das überhaupt?“ Gedanke wieder in meinem Kopf rumorte. „Nein, das will ich nicht“, war mal wieder eindeutige Antwort. Ich möchte mich nicht in Regelstudienzeit durch ein anstrengendes Studium kämpfen, um dann mit Ach und Krach und voll kaputt einen Masterplatz zu ergattern, der mir im Endeffekt das Gleiche beschert: Jedes
Semester neue, oft sinnlos gestaltete Prüfungen, deren Bestehen mir erlaubt, im kommenden Semester wieder neue Prüfungen zu schreiben, bei denen ich nicht das Gefühl habe, etwas Wichtiges mitzunehmen. Ich sage hier nicht, dass Studieren sinnlos ist oder meine Uni schlecht, aber von Zeit zu Zeit fühlt es sich doch an wie ein Hamsterrad.
Hinzu kam außerdem die Frage, ob ich mir all das antun will, um mich dann in eine 40-Stunden-Arbeitswoche zu stürzen. Und wieder: Nein. Ohne das Gefühl, in dem, was ich tue, vollkommen aufzugehen, möchte ich dafür keinen so großen Teil meiner Lebenszeit hergeben.
Was ich am liebsten mache? Bunte Sachen.
Und so kam’s im Winter 2013/2014 zu der Entscheidung, stattdessen einfach das zu machen, was ich von ganzem Herzen liebe. Nein, nicht 24/7 Pizza essen, sondern Dinge zu schaffen, die anderen Leuten Freude bereiten, etwas anzufertigen und anschließend fröhlich unter die Leute zu bringen. So kam im Frühjahr 2014 Average Pony D.I.Y. zusätzlich in mein Arbeitszimmer.
Schmuck allein macht  den Kühlschrank nicht voll, das musste ich schnell feststellen. Darum gibt’s zusätzlich Bastelmaterial, im direkten Weiterverkauf oder selbstgefertigt. Dass mich das glücklich macht, das habe ich erwartet, aber was da ab April mit mir passiert ist, damit habe ich nicht gerechnet: Ich bin so überglücklich! Vom Erdenken neuer Schmuckstücke bis hin zum Ohrsteckerabzählen liebe ich alles, was ich tue. Ich stehe morgens motivierter auf, schaffe es deutlich öfter, mir auch in Stresssituationen ein „Heul nich rum, sondern mach halt!“ zu geben und dabei glücklich zu bleiben und konnte seitdem nie von mir sagen, dass es mir nur so lala geht. Yay!
Hier entlang!
Allen, die sich jetzt denken, das hier wäre eine Anleitung, wie man möglichst naiv vom Langzeitstudenten zum fahrenden Gaukler wird, sei noch gesagt: Nee. Ich hätte trotz eigenem kleinen Einkommen und zwischenzeitlich kleineren Jobs all das nie machen können, hätte meine Familie mich nicht finanziell unterstützt. Ein Hurra an meine Eltern, die all das möglich gemacht
haben und mich heute in all meinen Plänen unterstützen – ohne den Wunsch, irgendwann doch eine Tochter mit fettem Gehalt zu haben. Das Studium wird 2015 außerdem auch noch abgeschlossen, einfach, um einen Plan B zu haben. Ich weiß, dass mein Weg dahin, das alles wirklich meinen Beruf nennen zu können, noch steinig sein wird, dass es immer noch mehr zu tun geben wird und dass ich mich mit noch viel mehr erwachsenem Mist beschäftigen muss als bisher. Aber ich weiß auf jeden Fall auch, wofür das gut ist und bin so, so froh, diesen Weg gewählt zu haben.
Ich freue mich auf jeden Fall auch schon darauf, in der kommenden Zeit noch viel dazu zu lernen und Einiges dazu an dieser Stelle mit Euch zu teilen. Falls ihr ähnliche Geschichten zu erzählen habt, immer her damit, gerne auch in Form von Links zu Blogposts oder Ähnlichem. Fragen dürfen natürlich auch gestellt werden.
Maren

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