Freitagsverstrickungen: Der Bossa Nova Sweater

Freitagsverstrickungen: Der Bossa Nova Sweater

Nach längerer Pause kann ich endlich wieder mit einem selbstgestrickten Kleidungsstück protzen: Mein Bossa Nova Sweater ist endlich fertig! Wie schon der Abruzzo Sweater, der Buttercream Sweater und der Cuzco Sweater ist er ein Teil aus der We are Knitters-Kollektion. Für Strickanfänger*innen kann das Lochmuster schon als Herausforderung daher kommen – aber auf jeden Fall eine, die gut zu meistern ist.

Bossa Nova Sweater

Das Material

Der Bossa Nova Sweater wird mit feiner Baumwolle gestrickt. We are Knitters hat das Set direkt mit 5 Knäulen Pima Baumwolle verkauft, aus der auch ich meinen gestrickt habe. Auch wenn es ziemlich teuer ist, mag ich das Garn sehr gerne. Es ist weich und glatt, lässt sich gut Stricken und wird schließlich zu einem luftigen Kleidungsstück. Alternativ lässt sich aber auch jedes andere (günstigere) Baumwollgarn mit ähnlichen Eigenschaften verwenden. Gestrickt wird standardmäßig mit einer Nadelstärke von 5 mm. Die hat bei mir tiptop gepasst. Wer lieber ein lockeres Muster hätte oder aber sehr eng strickt, könnte auch schon zu einer Stärke von 6 mm greifen, denke ich.

Die Baumwolle, aus der der Bossa Nova Sweater gestrickt ist, ist angenehm leicht.

Das Muster

Rechte Maschen, linke Maschen, ein einfaches Lochmuster – der Bossa Nova Sweater ist keine Magie. Das Lochmuster hat bei mir anfangs etwas Mut erfordert und das Vertrauen, dass das schon so funktioniert, wie die Anleitung das sagt. Und siehe da: Klappte. Als ich den Dreh einmal raus hatte, war es gar kein Problem mehr.

Wie strickt es sich?

Zugegeben: Ich saß selten so lange an einem Strickprojekt wie am Bossa Nova Sweater. Über 4 Monate hat’s gedauert vom ersten Maschenanschlag bis zur letzten Naht. Ich kann mich nicht mal damit rausreden, dass mir andere Projekte dazwischen kamen, sondern ich habe wirklich einfach wenig gestrickt. Dafür kann ich von dem Pullover auch stolz behaupten, dass er etwa zur Hälfte in Leipziger Straßenbahnen gestrickt wurde. Von September bis Dezember bin ich an 4-5 Tagen täglich fast zwei Stunden Straßenbahn gefahren und hab die Gelegenheit genutzt, beim Stricken zu entspannen. Vor allem die einfacheren Musterreihen haben das ziemlich easy zugelassen. Da keine großartigen Zu- und Abnahmen erforderlich sind, müssen die Reihen zwar gezählt werden, aber erfordern insgesamt wenig Aufmerksamkeit.

Die Passform

Der Bossa Nova Sweater fällt nach meinem Geschmack ziemlich klein und vor allem kurz aus. Ich habe ihn in der L gestrickt, weil ich ein locker sitzendes Kleidungsstück haben wollte. Da ich unsicher war, wie weit das Garn reicht, habe ich hinsichtlich der Länge größtenteils die Anleitung befolgt und lediglich die Ärmel um jeweils etwa 2 cm verlängert. Das obere Lochmuster sitzt super und müsste auch gar nicht länger sein, insgesamt könnte der Pullover aber gerne noch 10 cm mehr Länge vertragen. Vor allem die Ärmel sind tatsächlich ganz schön kurz geworden. In Zukunft werde ich da wohl auf Garnverbrauch und Anleitung pfeifen und einfach in meiner Lieblingslänge stricken. Diesmal wirklich.

Der Bossa Nova Sweater – Yay?

Aber sowas von. Da er leider aus dem Sortiment genommen wurde, kann ich euch hier gar nicht bequatschen, ihn nachzukaufen. Aber die Kombination der Strickmuster hat’s mir schon sehr angetan und wird sicher mal in einem neuen Kleidungsstück verarbeitet, vielleicht wird’s ein längerer Cardigan. Mit Baumwolle funktionieren Passform und Muster super und auch wenn der Pullover etwas kastenförmig geraten ist, ist er schön leicht und fällt gut. Habt ihr etwas ähnliches schon mal mit Schaf- oder Alpakawolle ausprobiert? Ich könnte mir vorstellen, die Musterkombi mal bei dickerer Schafwolle (sowas Richtung Nadelstärke 8 mm) auszuprobieren, bin aber noch völlig ahnungslos, wie das zusammen wirkt. Habt ihr Tipps?

Weitergestrickt!

Über die Weihnachtszeit habe ich endlich wieder angefangen mehr zu stricken und damit nach und nach die Grundlage geschaffen, hier wieder ein paar Freitagsverstrickungen anzuzetteln. Regelmäßig wird das auf Dauer nach wie vor nichts, aber zumindest im Februar möchte ich sie wöchentlich durchziehen. Ein Jahr ist vorbei und 28 Days of Blogging steht wieder an – und wenn ohnehin täglich gebloggt wird, habe ich für den Freitag schon mal ein Thema abgesteckt. Das wird fein!

Ein Riesendanke an den liebsten Fotografen, der diese Bilder im Urlaub in Taormina schoss ❤

6 Kommentare bei „Freitagsverstrickungen: Der Bossa Nova Sweater“

  1. Ich finde, dein Pulli ist echt gut geworden! Bisher habe ich mich noch nicht getraut so etwas großes wie einen Pullover zu stricken. Ich hatte immer die Befürchtung, dass es nachher nicht passen könnte. Aber vielleicht probiere ich das ja irgendwann einfach mal…!
    Ich bin gespannt auf die nächsten Teile der Freitagsverstrickungen. 🙂

    Liebe Grüße,
    Julia

    1. Danke 🙂 Ich mag den Pulli auch ziemlich gerne. Pullover stricken geht echt gut, wenn man sich manchmal etwas dazu durchringt, weiterzustricken. Ich finde es oft viel verlockender, ein neues Stück anzufangen als wochenlang am gleichen zu stricken… aber das fertige Ergebnis spornt doch auch an. Mir passen die meisten Pullover, die ich gestrickt habe, auch nicht perfekt, aber vor allem bei so großen Kuschelpullis für kalte Winter und lange Lagerfeuerabende fällt das gar nicht auf – und muss ja auch ein bisschen so sein 🙂
      Liebe Grüße
      Maren

  2. Hallo Maren, der Pulli ist total schön geworden <3
    Ich finde die Designs von We Are Knitters auch total schön. Bisher habe ich mich an einen Pulli aber auch noch nicht getraut.
    Ich habe gerade nochmal auf der WAK Seite gestöbert und den Bossa Nova Sweater gibt es wieder 🙂
    https://www.weareknitters.de/bossa-nova-sweater

    Liebe Grüße, Anica

    1. Ui, danke für den Hinweis! Tja, was da wohl los war, dass ich ihn nicht gefunden habe… das wird direkt aktualisiert. 🙂
      Ich kann nur empfehlen, sich mal an einem Pullover zu versuchen. Es gibt viele einfache Designs, die gar keine riesigen Strickkenntnisse erfordern und trotzdem viel Spaß machen. Das einzige, was mich immer mal hindert, ist, dass ich zwischendurch die Laune daran verliere, so lange mit dem gleichen Garn und mit oft gleich bleibenden Mustern zu stricken. Aber wenn man da nicht die Geduld verliert, wird man ja schließlich mit einem schönen Kleidungsstück belohnt 🙂
      Viele liebe Grüße
      Maren

  3. Also von den etwas zu kurzen Ärmeln (habe ich aber auch erst gesehen, als du es erwähnt hast), eine grandioses Ergebnis. Ich stricke selbst ja schon seit Jahren, aber an einen Pullover habe ich mich noch nie herangetraut, mache meistens Socken oder Accessoires. Teilweise weil es mit so viel Wolle ein teures Unterfangen werden kann. Aber mit diesem Beitrag hast du mich ein wenig motiviert, es vielleicht doch irgendwann einmal zu versuchen und es nicht mehr kategorisch auszuschließen. 🙂
    Liebe Grüße
    Karo

    1. Ja, der Preis ist echt ein Problem dabei 🙁 Ich versuche immer, bei We are Knitters die Rabattaktionen abzufangen und habe zum Glück eine große Sammlung an Stricknadeln, sodass ich manchmal bei unter 50 € für einen Pullover bleibe. Was aber immer noch echt viel ist für ein Kleidungsstück, von dem ich nicht genau sagen kann, ob es gelingt und mir passen wird. Das gleicht der Strickspaß zum Glück wieder aus 🙂
      Ich habe hier schon mal ein Tank Top aus ziemlich günstiger Baumwolle gestrickt (Da hätte das Material 12 € gekostet) und günstiges und teures Baumwollgarn verglichen: http://averagepony.com/2017/06/diy-sommeroutfit-ein-tank-top-aus-baumwolle/
      Fazit: Günstiges Garn geht schon sehr klar 🙂
      Freut mich, dass ich dich motivieren konnte!
      Liebe Grüße
      Maren

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