Freitagsverstrickungen – Zweifarbig stricken!

Endlich wird hier wieder freitags gestrickt! Dass es so lange gedauert hat, war nicht nur der Buchmesse geschuldet, sondern lag auch daran, dass ich mir ganz schön was vorgenommen habe. Zweifarbig stricken war eine völlig neue Herausforderung, die mir nach jahrelanger Strickübung endlich mal wieder herzhaftes Fluchen entlockt hat. Zumindest so lange, bis ich dann plötzlich einen Pinguin vor mir sah.

Freitagsverstrickungen: Zweifarbig stricken

Zweifarbig stricken eröffnet nochmal ganz neue Welten

Das klingt jetzt völlig drüber, ist aber echt so: Plötzlich kann ich Tierchen stricken, oder Muster, und eines schönen Tages vielleicht sogar Pokémon. Während bisher die Querstreifen des Abruzzo Sweater das höchste der Gefühle waren, wollte ich endlich mal lernen, innerhalb einer Reihe verschiedene Farben zu verwenden. Okay, zwei Farben sind jetzt noch nichts riesiges und lassen eher Formen und Umrisse zu als komplizierte Bilder. Aber spätestens, als ich die erste Reihe mit zwei Fäden gestrickt habe, wusste ich, dass mir das fürs Erste völlig reicht.

Zweifarbig stricken: Pinguine auf Abruzzo Sweater
Mein zweiter Abruzzo Sweater soll noch ein paar Pinguine bekommen. Ganz so einfach wie gedacht war das anfangs nicht.

Zweifarbig stricken ist purer Hass kompliziert

…aber es ist auch erlernbar. Beim Thema “Strickmuster” hatte ich ja schon erzählt, dass die sogenannten Jacquard- oder Fair-Isle-Muster für mich völliges Neuland sind. Nun habe ich mich endlich rangewagt. Die größte Hilfe dabei war das Fair-Isle-Video von eliZZZa. Der Rest: Trial and Error. Das Prinzip ist recht einfach: Beide Farben werden mit möglichst gleicher Fadenspannung mitgeführt. Glatt rechts wird die Farbe gestrickt, die laut Muster grad dran ist. Bei größeren Flächen wird der hintere Faden, der nicht sichtbar sein soll, mit dem sichtbaren verwoben. Glatt rechts heißt aber eben auch, dass in den Rückreihen linke Maschen gestrickt werden. Und plötzlich sind zwei Fäden viel zu viel und an eine einheitliche Fadenspannung ist nicht zu denken.

Übungsstück: Pinguin
Erstmal üben: Der Pinguin wurde tatsächlich was! Wie schlimm die Farbkombination ist, habe ich leider zu spät bemerkt.

Übung macht den Meister

Natürlich dachte ich anfangs, so schwer kann das ja gar nicht sein, und habe direkt mit meinem Projekt losgelegt. Mein zweiter Abruzzo Sweater sollte über den perlgrauen Streifen noch ein paar Pinguine in mintgrün bekommen. Gesagt, getan, losgelegt und losgeärgert. So einfach war das dann nämlich doch nicht. Also hab ich mir ein paar Restknäuel geschnappt und in der wunderbaren Farbkombi Senf-Petrol (wie furchtbar das aussieht, fiel mir erst auf, als ich das Ergebnis auf Instagram stellen wollte) geübt. Zuerst ein Streuselmuster, dann ein paar Vierecke und schließlich einen Pinguin. Der war knifflig, aber voll machbar. Also: Wieder ran an den Abruzzo Sweater! Drei Pinguine nebeneinander sollten es werden. Aufgrund eines kleinen Zählfehlers sind sie etwas zu weit links gelandet, aber ich glaube, das wird ganz witzig aussehen. Und dann hoffe ich, euch in ein paar Wochen einen fertigen Pullover präsentieren zu können!

Pinguin Strickmuster
Da watscheln sie – und bald kann ich hoffentlich mit dem fertigen Pullover protzen!

 

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