Freitagsverstrickungen – Raus aus dem Stricktief!

Tief, Schnief, Mief – ja, das Stricktief ist so’n fieses Ding. Manchmal kann ich von den schönsten Garnen umgeben sein (Den „umgarnt“-Wortwitz bewahr ich mir noch auf!) und weiß einfach nichts damit anzufangen. Oder, auch so ein Klassiker: Mehrere schöne Projekte auf den Nadeln und keine Lust, weiter zu machen.

Freitagsverstrickungen: Raus aus dem Stricktief!

Manchmal stricke ich monatelang nicht und finde das völlig okay – das lasse ich aber auch nicht als „Tief“ durchgehen, denn was nicht ist, das ist eben nicht. Wenn ich aber merke, dass mich das ärgert, dann gibt’s nur einen Weg:

Raus aus dem Stricktief!

Nach zig coolen Projekten ist bei mir grad ein wenig die Luft raus. Ich schaffe es kaum noch, über Anfänge hinaus zu arbeiten, geschweige denn, Stücke fertig zu stricken. Die letzte Woche angefangenen Pinguine? Haben seit ein paar Tagen Flügelchen, sind aber immer noch kopflos. Mein Stirnband? Immer noch nichts Neues zu erzählen. Diese Idee, mir mal ’nen Pullover auszudenken? Hahahaha!

Also: Raus aus dem Stricktief – kommt ihr mit? Ich habe mir mal angeschaut, woher so ein Tief kommen kann und was dagegen hilft.

Baumwollgarn gestrickt

Liegt’s an der Zeit?

Auch wenn ich so schnell stricken würde, dass meine Hände nicht mehr klar sichtbar sind – Stricken kostet einfach Zeit. Wenn die Welt um mich herum tobt und eigentlich keine entspannten Strickpausen zulässt, na, dann muss ich mir die Zeit eben selber irgendwoher nehmen.

  • Lange Zug- oder Busfahrten sind perfekt zum Stricken, vor allem, wenn noch ein gutes Hörbuch mitkommt.
  • Kleine Strickprojekte passen prima in die Handtasche und können in jeder winzig kleinen Wartepause hervorgezaubert werden.
  • Bewusst Pause machen und einfach mal ’ne halbe Stunde in Sessel und Garn versinken.

Liegt’s am Projekt?

Mein erster Abruzzo Sweater wollte und wollte nicht fertig werden. Der Grund? Ich hatte einfach Null Bock, ihn am Ende zu vernähen. Ich vermute ja, dass die zweifarbigen Pinguine momentan ein ähnliches Schicksal ertragen und ich einfach nur keine Lust habe, an ihnen weiterzuarbeiten. Was da hilft?

  • Machen! Das klingt auch in meinen Ohren echt nicht realistisch, wenn der innere Schweinehund „Oah näää“ grunzt, ist aber erfahrungsgemäß immer wieder ’ne super Sache. Ob das Null-Bock-Projekt nun am Schwierigkeitsgrad liegt oder monoton ist: Zähne zusammenbeißen und es beenden wirkt bei mir Wunder. Danach bin ich nämlich auch doppelt so stolz darauf.
  • Sich anderen Projekten widmen. Wenn ich keine Lust auf das eine, aber dafür umso mehr auf das andere Projekt habe, na, wer wäre ich denn, mir das zu verbieten? Ich stricke hier, weil ich das möchte und darum auch erstmal das, was ich möchte. Und wenn mit einem Spaß-Projekt die Motivation erstmal wieder da ist, kann ich sie gleich für das Liegengebliebene nutzen.
  • Wenn mir etwas angefangenes wirklich nicht mehr gefällt, trenne ich mich davon und freue mich nach dem Aufrappeln darüber, was für schöne Wolle ich nun habe.

Grünes Garn für Buttercream Sweater

Liegt’s am Rundherum?

Einfach nur auf der Couch hängen und stricken? Laaaangweilig! Darum:

  • Den perfekten Platz wählen. Nicht einfach nur Couch, sondern Couch mit Lieblingskissen, -decken, und, und, und. Wenn alles genau so ist, dass ich dort stundenlang einfach nur rumlümmeln möchte, macht das gleich noch doppelt so viel Spaß.
  • Stricktreffs besuchen! Freund*innen, Kuchen, leckere Getränke UND Stricken? Das ist super und zu einer meiner liebsten Arten geworden, Freizeit zu verbringen. Ich freue mich noch mehr darauf, das schon bald mit Park und Sonnenschein kombinieren zu können.
  • Spannung! Nicht nur im Faden, sondern auch im Kopf: Besonders einfache Projekte lassen sich prima mit Informationsaufnahme verbinden. Aktuell bin ich völlig begeistert von Arte RE:, das perfekt für mal ’ne halbe Stunde Stricken ist. Für komplizierte Projekte mag ich Hörbücher lieber.

Liegt’s an der Inspiration?

Die beste Wolle, massenhaft Freizeit aber keine Ideen? Kenne ich gut. Mittel gegen dieses Stricktief aber genauso.

  • Pinterest ist ein super Ort, um einfach mal zu stöbern. Je nach Suchbegriff kann ich weit oder eng fassen, was ich finden möchte und mich einfach nur durch Projekte treiben lassen.
  • Bei Ravelry muss man sich zwar anmelden, aber das lohnt sich! Hier gibt’s unheimlich viele Projekte in jedem Schwierigkeitsgrad, für jede Technik und die ausgefeilte Suchfunktion ist einfach nur der Hammer. Allerdings möchten einige Künstler*innen verständlicherweise für die von ihnen verlinkten Anleitungen bezahlt werden.
  • Nochmal: Stricktreffs besuchen! …und sich einfach mal unterhalten, was jede*r so macht. Superspannend und inspirierend, versprochen!

Strickprojekt: Buttercream Sweater

Liegt’s am Geld?

Nein, Stricken ist leider nicht nur lässig rumsitzen und aus etwas Wolle und Arbeitszeit schöne Kleidungsstücke machen. Stricken kann verdammt teuer werden. Was ich spätestens weiß, seitdem ich einmal angefangen habe, mir hochwertige Wolle und Garne zu leisten und seitdem bei Polyacryl arrogant die Nase rümpfe.

  • Aufrappeln: Irgendwo im Schrank ist doch bestimmt so ein Null-Bock-Projekt oder etwas Fertiges, das bestenfalls bei Regretsy einen Platz finden würde. Und das bestimmt aus echt tollem Garn besteht.
  • Darauf sparen: Ja, das ist so’n Tipp, den kann ich geben, weil ich wirklich große Geldsorgen praktisch nicht kenne. Nur die kleinen, und die brachten mich zum Entschluss, meiner Faulheit entgegen zu wirken und mir für jede Straßenbahnfahrt, die ich durch Fahrrad fahren ersetze, die Fahrtkosten für Wolle zur Seite zu legen. (Rant am Rande: Es ist noch nicht viel und Fahrradfahren immer noch meh)
  • Ausverkauf und Rabattcodes nutzen: Die können sich nämlich echt lohnen! Und 20 % Rabatt sind auch echt supi, wenn so ein Knäuel schon 10 € kostet. Um an die Dinger ranzukommen, muss man allerdings entweder suchen oder Newsletter abonnieren. Ich finde Letzteres in Ordnung.

Das funktioniert immer noch nicht?

Immer noch im Stricktief? Dann lasst euch nicht die Stimmung versauen, genießt die Pause und entdeckt andere schöne Dinge und freut euch auf die Zeit, wenn ihr wieder stricken möchtet.

Und entschuldigt mich, ich habe ein paar Pinguine fertig zu stricken. ❤

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