Handlettering – aller Anfang ist …bunt!

Ach, ein Trend und was für ein guter: Gibt es eigentlich noch Möglichkeiten, in dieser Kreativ-Blogger-Instagram-Filterblase an Handlettering vorbei zu kommen? Vermutlich nicht und mir persönlich passt das ziemlich gut in den Kram – schicke Schnörkel und schöne Schriften, tägliche Inspiration und Worte. Fein. Als ich im vergangenen August über die #Alphabetliebe-Challenge von Wortspuren stolperte, war es um mich geschehen und ich wollte das auch können. Also, natürlich jetzt! Und sofort! Und überhaupt! Dass es allein mit dem Wunsch nicht getan war, merkte ich schnell und dann hieß es üben, üben, üben, aber auch: Viel, viel Spaß dabei haben. Was ich dabei so gelernt habe und an Tipps weitergeben kann, gibt’s jetzt zusammengefasst in einem Post.

Handlettering - aller Anfang ist bunt!

Das wichtigste: Die Grundlagen kennen

Ich hätte mir einiges an Ärger und “Boah, das sieht voll doof aus” meinerseits ersparen können, hätte ich mir vor dem Loslegen ein paar Basics reingezogen. In den ersten Tagen der Alphabetliebe war ich mit meinen Buchstaben überhaupt nicht zufrieden, weil mir der Grundsatz schlechthin nicht klar war: Linien nach oben dünn, Linien nach unten fett. So einfach und so wichtig – und eigentlich auch nachvollziehbar, schaut man sich mal an, was andere so lettern. Lisa von mein feenstaub hat das in Brush Lettering für Anfänger sehr gut nachvollziehbar dargestellt. Auch für Handlettering gilt: Youtube ist euer Freund, egal, ob ihr ein Tutorial sucht oder nur eine kleine Dosis Inspiration.

Handletteringübung in Grün
Wenn die Basics klar sind, wird alles schöner – und was schön wird, macht auch gleich viel mehr Spaß.

So leid es mir tut: Üben, üben, üben.

Jaja, die Floskeln aus der Mottenkiste. Da aber noch kein Meister vom Himmel gefallen ist, stimmen sie eben doch. Ich habe zum Teil ein ganzes A4 Blatt vollgemalt – nur, um einen einzigen Buchstaben endlich hinzukriegen. Die Alphabetliebe erforderte einen Großbuchstaben pro Tag in drei Varianten und bis ich mit dem Ergebnis zufrieden war, verging schon mal eine Stunde. Aber: Je mehr ich geübt habe, desto flotter ging es auch voran. Hatte ich erst einmal raus, welche Linien mir liegen und in welche Richtungen mein Lettering gehen sollte, war schon der Grundstein für die nächsten Buchstaben gelegt.

Handlettering Übungsblätter

Handlettering Inspirationen

Scheut euch nicht, mal nachzusehen, was andere machen. Mir hat eine Reise durch Pinterest, Instagram oder meine eigene Font-Sammlung auf dem Rechner immer wieder sehr geholfen. Bei einigen Buchstaben hatte ich einfach eine Blockade, was da überhaupt geht, welche Linien, Kringel, Schnörkel, Größen, Breiten und Höhen überhaupt machbar sind. Kopieren ist Mist, rausfinden, was geht und was gefällt dagegen voll gängig. Ihr könnt nicht erwarten, mit dem ersten Strichlein sofort euren eigenen Stil zu haben – das entwickelt sich alles. Ich habe das beste Feedback oft für meine eigene Handschrift erhalten, aber darum geht es eben nicht. Handlettering ist eher Malen als Schreiben, ist nicht das intuitive Kritzeln, sondern vielmehr, ein Wort so zu schreiben, wie man das möchte und wie es ein bestimmtes Bild ergibt. Und wenn der Schubser für Ideen fehlt, ist es völlig legitim, mal zu luschern, was andere so wagen.

Ohne geht’s nicht: Das richtige Material

Mal eben mit Edding auf Kopierpapier lettern? Geht bestimmt auch und Könner*innen zaubern damit bestimmt tolle Sachen. Ich hab’s gar nicht erst versucht, sondern zugesehen, Stifte und Papier zu verwenden, mit denen ich gut umgehen kann und die Spaß machen. Plus: Ein schönes Ergebnis sorgt bei mir zumindest dafür, dass ich mich nochmal mehr über alles und mich selber freue. Meine Handlettering-Lieblinge:

Stifte

  • Angefangen habe ich mit dem Copic Ciao, den ich zum Glück ohnehin in diversen Farben besitze. Ich habe dabei vor allem die schöne große Pinselspitze genutzt, die das “nach oben dünn, nach unten fett” supidupi ermöglicht. Leider sind Copics ziemlich teuer und benötigen obendrein noch spezielles Papier.
  • Nach ein paar Wochen war’s um mich geschehen und ich habe mir drei (leider ebenfalls sündhaft teure) Kuretake ZIG Art & Graphic Twin Marker besorgt. Mit feiner Pinselspitze und auf Wasserbasis benötigen sie ebenfalls besonderes Papier, ermöglichen aber feinstes Lettern.
  • Asiatische Fineliner: Aus so ziemlich jedem Asienurlaub kam ich mit einer Riesenmenge Finelinern zurück, denn die schönen Dinger haben viel feinere Minen als andere Gel- und Kugelschreiber. Weil sie so super sind, habe ich sie seit etwa einem Jahr auch im DIY-Shop*
  • Sipa-Kalligrafie-Stifte – habe ich mir mal aus Hongkong bestellt und bin so dermaßen begeistert von ihnen, dass sie wohl bald ebenfalls im DIY-Shop* aufkreuzen.
  • Für die ersten Stiftetipps via Instagram gibt’s ein Danke an fraulitzi!
Stifte fürs Lettering
Von Links nach Rechts: Sipa-Kalligrafie-Stifte, Fineliner, Kuretake ZIG Art & Graphic Twin, Copic Ciao

Das Papier

  • Für die Copics gibt es extra ein “bleedproof Markerpad“, bei dem die Stifte nicht durchsuppen und klare Ränder haben. So ein Block ist zwar teuer, hält aber ‘ne ganze Weile und lohnt sich echt. Wer mir nicht glaubt, probiere mal ‘nen Copic Marker auf Kopierpapier aus.
  • Für die Aquamarker habe ich mir einen Aquarellblock zugelegt. Auch hier: Sauteuer, aber lohnt sich.

Das richtige Papier fürs Handlettering: Copic Markerpat und canson Aquarellblock

Und wo wird’s jetzt bunt?

Na, auf deinem Letteringpapier! Den allerwichtigsten Ratschlag muss ich mir immer wieder selber geben: Mach nur, was du gut findest. Wenn dir schnörkelige Buchstaben gar nicht gefallen oder gar nicht liegen, dann lass sie halt sein. Die kleinen gedrungenen oder hohen spinnenbeinigen sind mindestens genauso schön – und nochmal mehr, wenn du selber daran Freude hast. Selbstverständlich ist es toll, mal in allen Ecken rumzuschnuppern, vieles Auszuprobieren und flexibel zu sein – aber was nicht fetzt, kann halt weg. Oder, besser: Das können dann andere machen. Handlettering ist keine Zauberkunst, sondern am Ende, das, was du draus machen möchtest – ganz egal, ob das einen oder hunderte Likes auf Instagram bekommt. Also: Probier dich aus!

Dieser Post ist Teil von 28 days of blogging

…und auch da wird’s immer bunter – schau dich nur mal auf Pinterest oder Instagram um.

* sämtliche Produkt- und Shopempfehlungen sind meine ganz eigenen und zum Teil meiner Erfahrung, zum Teil meiner Faulheit beim Suchen geschuldet. Ich bekomme dafür keine Gegenleistung und andere Produkte und Shops sind sicher genauso gut. Aber: Mit Sternchen Gekennzeichnetes ist Werbung. In diesem Fall für meinen eigenen Shop, average pony D.I.Y.

6 Kommentare bei „Handlettering – aller Anfang ist …bunt!“

  1. Üben üben üben ist wohl wie bei allem, mit dem man neu beginnt, die wichtigste Grundlage… aber wer Spaß dran hat, bleibt ja sicher auch am Ball! : )
    Viele Grüße! Julika

  2. Cooler Blogbeitrag zum Thema Lettering – ich steig noch nicht so ganz durch, hab’s aber auch noch nicht probiert 😀 Ich würd auch gern schön schreiben können, aber obwohl ich sonst immer alles können und lernen will, mach ich mir hier keinen Stress 🙂

  3. Ooooohhhh, vielen Dank für die Verlinkung, freut mich, dass der Beitrag dir gefallen hat! Ich liebe das Lettering ja auch. Tolle Infos!

    Neri von Lebenslaunen

  4. Ich liebe ja Handlettering – mache es selbst aber nicht. Ich schau mir lieber die schön geletterten Sprüche von anderen an. 🙂

  5. Oh wie gut das ich nochmal alle Posts durchgeh, sonst hät ich den hier glatt überlesen… Ich finde Handlettering super, mit wenig Aufwand und praktischem Material kann man wahnsinns Effekte erziehlen.
    Oh wow ich hätts nicht gedacht, aber von den Stifen kenn ich ja echt keinen. Ich liebe meinen selbstbefüllbaren Pilot-Stift und die Fudenosukes von Tombow, genau wie die Brush-Stifte von Faber-Castell und Ecoline sehr. Muss mich dann gleich mal rüber klicken in den Shop…
    Liebste Grüße
    Simone

    1. Ach ja, die Tombows! Mit denen habe ich auch geliebäugelt und sie wurden mir sehr empfohlen. Da sie aber ebenso wenig günstig sind wie alle anderen und ich die Vermutung hatte, dass Tombow und Copic Ciao sich einigermaßen ähneln, habe ich mich (sehr!) zusammengerissen und drauf verzichtet. Stattdessen wurden es dann diese Kuretake ZIG Stifte.
      Liebe Grüße
      Maren

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