Freitagsverstrickungen: Der Abruzzo Sweater

Ha, so schnell kann’s gehen, da startet schon die zweite neue Regelmäßigkeit auf dem Blog. Nach dem donnerstäglichen Lomography-Throwback werden die Freitagsverstrickungen das nächste Testprojekt während der 28 days of blogging Challenge. Auch hier gilt: Was fetzt, bleibt, was nicht, kann danach weg. Allerdings bin ich auch hier ganz zuversichtlich, dass die Freitagsverstrickungen eine ganze Menge Spaß mitbringen – für mich, aber hoffentlich auch für euch. Vier Wochen lang prahle ich jeden Freitag mit einem Strickprojekt.

Freitagsverstrickungen: Der Abruzzo Sweater

Wie alles begann

Im Herbst kam ich auf die Idee, mir mal wieder häufiger Kleidungsstücke selber zu machen. Den Anfang machte ein Paar Shorts, dann erinnerte ich mich an mein Strickzeug und verkündete stolz, mir ein Strickset gekauft zu haben – den Abruzzo Sweater von We are Knitters in weiß mit schwarzen Streifen. Das kam dann alles etwas anders, denn versehentlich habe ich das gute Stück nicht bestellt, sondern im Warenkorb liegen lassen. Als mir das auffiel, waren die Farben schon weg, die Stricklaune aber immer noch da. Also wurden es Perlgrau und Mint. Auch schön.

Garnpaket We are Knitters
Erste Amtshandlung als das Garnpaket bei mir ankam: Daran schnuppern. Ihr glaubt gar nicht, wie wunderschön das Garn dank der Papiertüte riecht – wie eine Mischung aus Lese- und Strickabend!

Keine Freitagsverstrickungen, sondern tägliche Action

Und los ging es. Masche für Masche, Reihe für Reihe. Der Pullover ist nicht schwer: Ein paar Bündchen, ein paar Zu- und Abnahmen, meterweise glatt rechts. Ich konnte mal komplizierte Lacemuster stricken, habe aber sehr viel vergessen und ein Anfänger*innenprojekt kam mir gerade recht. Okay, vor den Farbwechseln hatte ich echt Respekt, und vorm Vernähen – aber auch das war ganz ohne Magie und Hühneropfer machbar. Das Garn duftet nicht nur toll, sondern ist auch unheimlich weich. Es lässt sich ziemlich einfach verarbeiten, wenn man ein wenig aufpasst, nicht mit der Nadel die Fasern aufzudröseln und versehentlich ein paar fallen zu lassen.

Freitagsverstrickungen? Nee, gestrickt wurde fast täglich!
Freitagsverstrickungen? Nee, gestrickt wurde fast täglich!

Nach und nach – und ich war verdutzt, wie schnell – wuchs da also ein Pullover vor mir. Farblich irgendwo zwischen Schlafanzug und Kaugummi, in den Händen wunderbar anschmiegsam. Dank ein paar längerer Zugfahrten musste meine Aufregung gar nicht so lange warten und nach etwa sechs Wochen waren plötzlich alle Teile fertig. Dann geschah erstmal: Nix mehr. Meine Strickpartnerin in crime, do.n.k.a., hatte mir erzählt, dass man Strickstücke vor dem Vernähen dämpfen solle, also in nassen Tüchern bügeln. Das Internet hatte mir erzählt, beim Stricken und Vernähen gelte “Knoten sind verboten”. Ein Reim und ein lieber Ratschlag und meine Motivation, das schicke Teil endlich zu vollenden, verzog sich erstmal für eine Woche.

Der Abruzzo Sweater wird vernäht
Letztendlich gelernt: Nein, auch Dämpfen und Vernähen tun nicht weh, sondern sind schnell gemacht und am Ende so, so schön!

Endlich fertig!

Eines sonnigen Sonntagmorgens war’s dann aber doch soweit: Bügeleisen, nasse Tücher, Stopfnadel – und zu allem noch ein feines Hörbuch – wurden ausgepackt und gemeinsam mit ein paar Tassen Kaffee zu Ende gebracht. Das Dämpfen ist wirklich nicht schwer und auch Menschen, die Bügeleisen so sehr verachten wie ich, werden sich am Ende über die schönen glatten Strickstücke freuen. Da der Großteil des Pullovers glatt rechts gestrickt ist, rollen die Seiten sich ein wenig ein. Das ließ sich mit dem Dämpfen nicht vollständig beheben, war aber nur beim Vernähen etwas nervig. Später sieht man davon nichts mehr. Ich bin ja schon ‘ne Runde stolz, wie unsichtbar beinahe unsichtbar die Nähte gelungen sind.

Fertiger Abruzzo Sweater in Perlgrau und Mint
FERTIG! Das stolze Grinsen musste noch mit aufs Selfie.

Uuuund… zu klein.

Auf meinem allerersten Protzbild ist das gar nicht so sehr zu sehen und in all meinem Stolz, da soeben meinen allerersten Pullover selbst gestrickt zu haben, war es auch schwer, das einzugestehen, aber der Pullover ist verdammt klein geraten. Das heißt nicht, dass er gar nicht passt oder blöde aussieht, aber das lässig-lockere Teil, das da so frech von der Verpackung aus meine Erwartungen geweckt hatte, ließ sich einfach nicht wiederfinden. Mit ein bisschen Forschung war des Rätsels Lösung auch schnell gefunden: Die Größenangabe des Pullovers entspricht nicht der, die mensch selber hat, sondern der des fertigen Strickstücks. Wenn etwas locker sitzen soll, sollten also für die passende Größe nicht die eigenen Maße gewählt werden, sondern etwas größere.

Sei’s drum, weiter geht’s!

Ich mag den Pullover trotzdem sehr, denn außer dass sich unter den Ärmeln die Fäden spannen, macht die kleine Größe nicht viel aus. Ich habe dazugelernt, bei den Maßangaben genauer aufzupassen und seitdem tatsächlich noch zwei weitere Pullover gestrickt. Von denen einer auch echt klein ausfällt. Aber nun ja. Die Stricklaune kann mir grad nichts und niemand verderben und irgendwie wäre es ja auch echt langweilig, wären erste Versuche immer perfekt. Die einfacheren We are Knitters-Sets haben mir ziemlich gut dabei geholfen, zum Einen nicht die Geduld zu verlieren, vor allem aber auch, so ein Kleidungsstück vom ersten Maschenanschlag bis zur letzten Naht etwas mehr zu durchschauen. Ich habe einige Techniken gelernt und fühle mich so langsam bereit, mal ein komplett eigenes Teil zu starten – aber nur mit ausreichend Maßnehmen und Berechnen. Also auf zu vielen neuen Freitagsverstrickungen!

Dies ist der 3. Post bei 28 days of blogging

…und die Aktion macht nach wie vor riesigen Spaß! Einen großen Teil der Posts gibt es auf einem Pinterestboard zu finden, auch Instagram hat einen Hashtag bekommen.

3 Replies to “Freitagsverstrickungen: Der Abruzzo Sweater”

  1. Oh mein Gott ich liebe deinen “Was die anderen so machen” Abriss unter dem Beitrag. Ganz viele Herzen dafür!
    Wow, ein ganzer Pullover – selbst gestrickt! Sieht mega schön aus, die Farbkombi finde ich großartig. Am besten fand ich auch die Stelle mit dem Hühneropfer 😉

  2. Sehr schöne Farbkombi! Zumindest auf dem Foto sieht man nicht, dass er irgendwie zu klein ist. Und wenn man gar nicht weiß, dass er eigentlich locker flockig an dir herunterhängen sollte, dann fällt das bestimmt auch keinem auf.

    1. Danke! Nein, das fällt nicht wirklich auf. Trotzdem und für mehr Farbe im Schrank ist ein zweiter, wirklich wirklich lockerer schon in Arbeit – naja, und weil ich halt einfach stricken mag 😀

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