Wieder zuhause

 

Die Sache mit dem Reisen und Nach Hause kommen ist verzwickt: Unterwegs sein, staunen, Ziele haben aber kaum feste Pläne, sich treiben lassen und entdecken – und auf der anderen Seite das sichere Gefühl, an einem Punkt zu sein, von dem aus alles irgendwie läuft, an dem man genau weiß, wo alles ist und wie alles schön wird, an dem Pläne geschmiedet und verwirklicht werden können. Das Eine mal schöner als das Andere zu finden, kann ich nachvollziehen, pauschal etwas besser zu finden, das hab ich nicht drauf.

So war es bei der Rückkehr aus Sardinien vor ein paar Tagen wie nach jeder Reise: So viel Vorfreude, wieder nach Hause zu kommen, den Tag nach meinem eigenen Zeitplan zu leben, mich wieder in mein heiß geliebtes Arbeitsleben zu stürzen. Und in der Magengegend doch das Zwicken, eigentlich im Urlaub bleiben zu wollen, noch ein bisschen was zu sehen, zu entdecken, zu erleben. Hey, nur noch ein Eis, nur noch einmal baden gehen.

Und zuhause dann die Feststellung, dass ich dafür, dass es nie geplant war, dieses Jahr ganz schön viel unterwegs war. Okay, fest im Plan war der Jahresbeginn in Valencia, ein paar Festivals ebenso. Dass aus letzteren insgesamt drei Wochen werden, sich mehrere Städtetrips dazwischen schieben und eine spontane Einladung nach Sardinien folgen sollte, das war so nicht gedacht – hat aber letzten Endes dafür gesorgt, dass von Mitte Juni bis Mitte September irgendwie immer was mit Reisen anstand und insgesamt alles so, so gut war.

Mit dem Gedanken im Kopf und der frischen Erinnerung, dass auch über zwei Jahre nach der letzten wirklich großen Reise alles irgendwie immer geht, alles gar nicht so weit weg ist und das Leben abseits der vertrauten vier Wände und Strukturen voll klar geht, freue ich mich nun aber erstmal auf das Zuhausebleiben. Darauf, Freunde, Wohnung und Arbeit zu genießen, meinen Tagesablauf nicht nur zu bestimmen, sondern im Voraus schon ziemlich genau zu kennen und mich doch garantiert nicht zu langweilen.

Die nächste Reise? Kommt bestimmt.

– Maren ❤

P.S.: Für Fernwehgeplagte, Stubenhocker, Ländersammler und Wochenendausflügler – dieser Reisetext von Heldenwetter ist einfach nur schön.

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