Brat das Zeug an! Ein Tofu-Rezept. #BloggerDenkenNach

Zugegeben: Bis vor einigen Jahren gehörte ich auch zu “denen” von wegen “Ohne Fleisch? Was soll ich denn stattdessen essen?”, die dann aus lauter Einfallslosigkeit doch zum Fleisch griffen. Ersatzprodukte hatte ich zwar mal probiert, aber der leckere Tofu auf den gebratenen Glasnudeln damals an diesem einen Marktstand in Wellington und der großartige Seitanburger mit den Balsamico-Zwiebeln im Leipziger Deli waren für mich immer unerreichbare mysteriöse Zaubermahlzeiten, die nicht in die Realität meiner eigenen Küche passten.

Tja, bis ich dann einfach mal ein bisschen rumprobiert habe – und schließlich gelernt, wie man ein paar Lebensmittel auch zuhause so problemlos wie megalecker zubereiten kann.

“Tofu? Jaa, hab ich mal versucht, wurde aber total blöd und labberig” – ich habe keine Ahnung, wie oft ich diesen Satz in der Realität gehört und online gelesen habe. Und meine Antwort ist immer wieder die selbe:

Brat das Zeug an, aber so richtig!

Ich esse am liebsten Räuchertofu. Ein zarter, heller Tofu in der Suppe ist zwar auch nicht zu verachten, aber besonders in Gerichten, in denen Tofu tatsächlich statt Fleisch und nicht nur als nette Beilage verwendet wird, ist Räuchertofu durch seine feste Konsistenz und den, nun ja, räucherigen Geschmack ideal.

Für das schnellste – und knusprigste – Ergebnis wird der Tofu in dünne Streifen geschnitten. Je feiner, desto schneller müsst ihr beim Braten sein und desto knuspriger wird er.

Während der Tofu geschnitten wird, kann schon Öl in der Pfanne erhitzt werden. Im Hause Pony gibt’s standardmäßig Oliven-, für asiatische Gerichte Sesamöl. Wenn es heiß ist, werden die Tofustreifen vorsichtig einzeln in die Pfanne gelegt.

Nächster Schritt: Über intensive Brutzelgeräusche freuen!

Wenn die ganz dünnen Streifen anfangen, knusprig zu werden oder du den Eindruck hast, dass es an der Zeit ist, können alle Stücken vorsichtig gewendet werden.

Nächster Schritt: Über Megalecker-Optik freuen!

Der Tofu, der für die Fotos hier gebrutzelt wurde, wurde tatsächlich nur einmal gewendet. Normalerweise drehe ich die Streifen dreimal um, so hat’s aber auch wunderbar geklappt – alles eine Frage der Action, die du beim Braten haben möchtest.

Ganz kurz bevor der Tofu komplett fertig ist, kommen noch Gewürze und Saucen deiner Wahl hinzu. Bei mir gibt’s meistens Sojasauce, Austernsauce und Fischsauce. Honig ist auch noch ein unglaublich toller Tipp, aber da musst du extra schnell sein, damit der Tofu nicht im letzten Moment noch anbrennt.

Tja. Und jetzt hast du praktisch Tofu-Bacon. Facon sozusagen, und er schmeckt zu so ziemlich allem gut. Dem Tofu in diesem Post wurden noch Champignons, Avocado und schwarzer Sesam hinzugefügt. Beim gemeinsamen Anbraten muss man allerdings etwas wählerisch sein, denn zusammen mit Gemüse verliert der gute Facon schnell seine Knusprigkeit. Wenn du dir unsicher bist, brate den Tofu lieber separat an und schmeiß am Ende alles zusammen.

Was hier so lecker auf dem Teller liegt, wurde am Ende übrigens noch zusammen mit Feldsalat und Chilisauce in Wraps gerollt – SO. UNGLAUBLICH. LECKER.

Man sieht es von Anfang an und an dem schönen Glänzen des Essens wohl noch mehr: Das ist alles ganz schön fettig. Und salzig. Und insgesamt nur so lala gesund.

Aber, und das gilt meiner Meinung nach für alles, was Fleischersatz ist: Das ist auch völlig in Ordnung. Der Tofu ersetzt ja keine Möhre, sondern in diesem Falle Schinken, in anderen mal Hähnchengeschnetzeltes oder Schweineschnitzel. Und auch wenn Tofu in einer Mahlzeit gar nicht als Fleischersatz gemeint ist, ist er immer noch eins: Eine Beilage, nichts, woran man sich vollkommen satt isst.

Die Streifenform und der Baconverschnitt sind selbstverständlich gar kein Muss. Du kannst dickere Streifen schneiden, Würfel, Quader, was immer dir einfällt. Und es gibt noch zig andere Arten, Tofu zuzubereiten – das “Brat an brat an brat an!” ist aber eben die einfachste und verlässlichste Lösung, megaleckeren Tofu zu kreieren.

Das Rezept ist Teil von Blogger Denken Nach: Von Aal bis Zebra – Wen esse ich, wen nicht? und zum Tofufuttern empfehle ich in jedem Falle, die dort verlinkten Beiträge zum Thema durchzulesen!

Eine Übersicht über alle Monatsthemen gibt’s hier. Jeden Monat wird ein neues Thema ausgewählt, an dem sich jeder beteiligen kann. ♥

Maren

Dieses Rezept erschien auch auf Tschop! Tschop!:

https://tschop-tschop.de/bacon-gibts-auch-ohne-tier/

5 Kommentare bei „Brat das Zeug an! Ein Tofu-Rezept. #BloggerDenkenNach“

  1. Oh, da lass ich mir doch tatsächlich hinreißen, mal Tofu zu kaufen und so zuzubereiten wie du.
    Sieht sehr lecker aus!

    LG

  2. Räuchertofu hat mich auch überzeugt, der ist wirklich fester und nicht so lapprig. Ich glaube ich habe noch ein bisschen zu wenig gebraten, was das Zeug hält, aber der nächste Versuch kommt bestimmt und das mit den Wraps hört sich toll an! LG

  3. So, wie du das zubereitet hast, schaut das ja wirklich lecker aus. Um Tofu habe ich bisher immer einen großen Bogen gemacht, da ich es die ein zwei Male, die ich es probiert hatte, so gar nicht mochte. Vielleicht lag das auch einfach nur an der Zubereitung und ich sollte es wirklich nochmal versuchen.

    LG

  4. JA! GENAU SO IST ES! Ich kanns immer nicht verstehen, wenn Leute sagen "Tofu schmeckt mir nicht". Denn… es ist doch echt eine Frage der Zubereitung! Dein Räuchertofu sieht klasse aus. Kann mir das echt gut in nem Wrap vorstellen!

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