Fahr mal nach …Ayutthaya!

Wie versprochen geht’s nun endlich mal los mit “richtigen” Reiseberichten und -tipps. Anlass ist sowohl mein bei auch nur minimalem Schmuddelwetter aufkommendes Fernweh Richtung Süden als auch die Blogparade “Die besten Tipps für Städtetrips”, die auf dem Reiseblog von Jo Igele gestartet wurde.
Als Ort habe ich das Thailändische Ayutthaya gewählt – vermutlich hauptsächlich, weil ich an keinem Ort bisher so verlässlich brüllender Hitze ausgesetzt war und mich im kühlen Leipziger Dachstübchen doch etwas danach sehne, aber auch, weil ich immer das Gefühl hatte, dass das Städtchen von vielen Reisenden als eher langweilig wahrgenommen wird. Wer auf seiner Thailandreise aber auf zwei Tage Strandbar oder Bangkoktrubel verzichten kann, dem sei Ayutthaya ans Herz gelegt. Los geht’s!

 

Tempelanlage in Ayutthaya
Welcher Ort? Phra Nakhon Si Ayutthaya,
Thailand
Warum Hinfahren? Tempel, Ruinen und
Tempelruinen!
Wie viel Zeit einplanen? 1-3 Tage
Wie An-/Abreisen? Minibus aus Bangkok
ab 1,50 €, oder per (Nacht-) Zug oder Bus
Was Unternehmen? Sehenswürdigkeiten
besichtigen, Bootstour, Fahrradtour
Wo Übernachten? Tony’s Place, ab ca.
2,50 € pro Nacht und Person
Was Essen? Wie überall in Thailand: Am
besten so gut wie alles, so gut wie überall.

 

Warum Hinfahren?

Ayutthaya ist eine kleinere Stadt (53.290 Einwohner, Stand 2012, Quelle: Wikipedia), etwa eine Stunde nördlich von Bangkok. Dass das nicht immer so war, davon zeugen die gefühlt unendlich vielen Ruinen in der Stadt und rundherum. Tatsächlich war Ayutthaya einst Hauptstadt des gleichnahmigen Königreichs, hatte im 16. Jahrhundert mehr als eine Million Einwohner, unter ihnen auch viele europäische Händler (was anhand einer Kathedrale noch heute zu sehen ist), und, so kommt es dem Besucher heute vor, so gut wie alles muss vergoldet gewesen sein. Im 18. Jahrhundert wurde die Stadt nach zahlreichen erfolglosen Belagerungen dann aber doch erobert,  geplündert und fast komplett zerstört. Und da hätten wir die Ruinen. Die sind nämlich zu einem sehr, sehr großen Teil noch da und bestimmen das heutige Stadtbild ungemein. Ich denke nicht, dass es machbar ist, sie als Otto-Normal-Rucksacktouri alle zu Gesicht zu kriegen. Aber allein einen Teil von ihnen zu sehen, ist unglaublich eindrucksvoll. Plus: Steinerner Bhudda-Kopf, der in einen Baum eingewachsen ist, als absolutes Foto-Highlight – zu finden in der Tempelanlage des Wat Mahatat.
Eingewachsener Buddhakopf
Außerdem bietet Ayutthaya, vor Allem im Vergleich zum wilden Bangkok, wunderbares Kleinstadtflair, in dem man sich (sehr, sehr langsam) treiben lassen kann.

Wie An- / Abreisen?

In Thailand umher reisen ist nicht besonders schwierig, da macht auch Ayutthaya keine Ausnahme. Durch seine Nähe zu Bangkok kann man die Hauptstadt im Stundentakt per Minibus für gerade mal 1,50 € erreichen – und umgekehrt. Es verkehrt außerdem mehrmals täglich ein Zug zwischen beiden Städten, der ebenfalls etwas mehr als eine Stunde für die Fahrt braucht und
ebenfalls nicht besonders teuer ist.
Nachtzug am Bahnhof in Chiang Mai
Dritte Klasse Nachtzug von Chiang Mai. Es gibt einen komfortableren Zug, aber dieser
geht auch vollkommen in Ordnung.
In diesem Jahr sind wir allerdings von Chiang Mai (im Norden Thailands) angereist und haben mit dem Nachtzug gute 11 Stunden gebraucht. Am frühen Abend ging’s in Chiang Mai los, sehr, sehr früh morgens kamen wir in Ayutthaya an. Hat, wenn ich mich recht entsinne, etwa 6-8 € pro Person gekostet und geht auch völlig in Ordnung, wenn man kein Komfortjunkie ist und auch mal eine Nacht eher unbequem schlafen kann.
Morgens im Nachtzug
Sonnenaufganggucken im Nachtzug entschädigt jedes Mal wieder für die ruckelige Nacht.
Per Überlandbus kann man in Thailand ebenfalls relativ bequem reisen. Es gibt ein paar blöde Geschichten von ausgeraubten Touristen und überhöhten Ticketpreisen, aber ich kann nach sehr vielen Busfahrten noch keine davon berichten.
Sämtliche Tickets sind an Bahnhöfen, Busstationen oder Touristeninformationen erhältlich, wo euch auch gerne Auskunft gegeben wird.

Was unternehmen?

Zunächst kann man in Ayutthaya, das die meisten wohl von Bangkok aus erreichen, erstmal tiiiieeef durchatmen und sich wundern, wie ruhig alles ist. Mitten in der Altstadt gibt es einen kleinen Markt, auf dem zwar nix mit super shoppen ist, ihr aber leckeres und spannendes Essen findet und der Hitze mit einem Eiskaffee begegnen könnt.
Eichhörnchen beim Reisnaschen
Dann geht’s ans Tempelanlagen entdecken! Das geht zu Fuß, per Tuk Tuk oder, mein Favorit, per Fahrrad. In der Hostelecke der Altstadt könnt ihr praktisch überall für sehr wenig Geld Fahrräder für ein paar Stunden oder Tage ausleihen. So vermeidet ihr, auf dem Weg zu den Tempelanlagen zu Fuß fast vor Hitze umzukommen oder per Tuk Tuk meist enorm hohe Preise zu zahlen. Im Hostel oder beim Fahrradausleih bekommt ihr sicherlich direkt eine Karte der Stadt, auf der die wichtigsten Tempel und Ruinen verzeichnet sind. Lasst euch einfach treiben und schaut
selbst, was ihr euch ansehen möchtet – spektakulär ist so ziemlich alles.
Fahrradtour in Ayutthaya
Fahrradfahrn! Nicht nur von Tempel zu Ruine zu Tempel, sondern auch gerne durch die riesige Parkanlage in der Altstadt.
Viele Hostels bieten mittlerweile auch für etwa 5 € pro Person abendliche Bootstouren an. Dabei fährt man einmal um die Altstadtinsel herum und sieht sich eindrucksvolle (heute noch genutzte) Tempel und ebenso spannende Ruinen an. Die Tour dauert gute 2 Stunden. Achtet darauf, den Orten angemessene Kleidung (Knie und Schultern bedeckt) zu tragen oder nehmt euch ein langes Tuch mit.

Wo übernachten?

Wir waren zu zweit unterwegs und hatten kein Zimmer vorgebucht, was rückblickend aber kein Problem war. Da wir extrem früh morgens ankamen, war in den meisten Hostels allerdings noch überhaupt nichts los und die Check-Out-Time der anderen Gäste noch lange nicht in Sicht. Ayutthayas Altstadt hat eine Straße (Naresuan Road Soi 8), die voller Hostels ist und auf der man auf jeden Fall irgendwo unterkommt. Wir haben uns allerdings beide sofort in Tony’s Place verliebt und kamen nicht umhin, dort zu übernachten – auch wenn das eine Nacht im „teuren“ (nach Verhandlungen 5 € pro Nacht und Person) Zimmer bedeutete. Auch nach Umzug aus unserem tollen Zimmer mit megabequemem Bett, eigenem Badezimmer und pompöser Ausstattung in ein kleines Räumchen, das nicht viel mehr als ein Bett enthielt (ca. 2,50 € pro Nacht und Nase), fühlten wir uns dort immer noch sehr, sehr gut aufgehoben.

Was Essen?

In derselben Straße, in der auch die Hostels sind, sind mindestens genauso viele Restaurants und Bars. Ihr werdet fündig. Etwas speziell leckeres haben wir nicht entdeckt, darum kann ich an dieser Stelle keinen speziellen Tipp geben. Aber ein frisch zu bereitetes thailändisches Essen, das nicht lecker ist, muss mir auch erst noch über den Weg laufen. Tagsüber sind wir viel durch die Stadt gelaufen und geradelt und haben einmal im kleinen Restaurant einer alten Dame unglaublich gut gegessen, aber ich kann leider kaum noch nachvollziehen, wo genau das war. In der Altstadt, entweder auf der Bang Lang oder der Ho Rattanachai, hachje! Auf dem Altstadtmarkt findet ihr aber sicher auch etwas Leckeres und bei kleinen Garküchen am Straßenrand macht man auch selten etwas falsch.
Lecker lecker Heuschrecke
Essen von Straßenständen sollte man auf keinen Fall allzu sehr meiden! Heuschrecken und Maden würde ich zwar auch nicht unbedingt nochmal wählen, aber sonst gilt: Wenn es gut aussieht und gut riecht, dann wird es vermutlich grandios schmecken – und auch nicht keimig oder verdorben sein.
Abends haben wir uns eigentlich nie von der Hostel-Straße entfernt, da es in Ayutthaya ziemlich viele Straßenhunde gibt, die sich nachts zu Rudeln zusammenfinden – und bevor ich so einem begegne, trinke ich lieber zum dritten Mal in derselben Bar mein Bier.
Na, neugierig geworden? Das war nun der erste von sicherlich vielen, vielen Thailand-Posts – mit meiner Begeisterung für das Land werde ich euch hier bestimmt nie in Ruhe lassen. Aber keine Angst, andere Orte wird’s auch noch geben. Falls fragen offen geblieben sind, rücke ich gerne mehr Informationen raus – auch wenn ich auch hoffe, hier ein bisschen dazu anzustiften, loszuziehen und eigene Eindrücke zu sammeln.

Ein Kommentar bei „Fahr mal nach …Ayutthaya!“

  1. Schaut so toll aus und ja, ich bin echt total neugierig geworden. Ich muss unbedingt bald selbst mal nach Thailand reisen, das Land zieht mich irgendwie einfach an

    http://www.thefashionfraction.com

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