27. September 2016

Klamotten? Selber machen! ▲ Ich habe mir Shorts genäht.

"Kommst du heute Abend mit?" - "Nö. Heute Abend näh ich mir 'ne Hose."
Erstmal war ich selbst verdutzt über diese Antwort und meine plötzliche Entschlossenheit, mir ein paar Shorts zu nähen. Noch verdutzter dann aber, als ich am Ende des Abends völlig glücklich darin vorm Spiegel stand.

Die Pläne haben sich in meinen Kopf geschlichen, als ich bei Jenni von Kunecoco diese Ananasshorts erblickte. Liebe auf den ersten Blick und so schlimm knifflig sah das alles auch nicht aus. Ein paar Minuten später saß ich vor dem kostenlosen Schnittmuster von pattydoo und dem Video-Tutorial dazu. Und ein paar Minuten später wieder vor geschlossenen Tabs, denn die Ausreden so: Keine Zeit, kann ich nich, viel zu unaufgeräumt zum Nähen... Aber die Idee war da.

Seit meinem rückblickend etwas abenteuerlichen Beschluss, auf die Fülle meines Kleiderschranks zu achten und vor allem nicht mehr bei Billigketten einzukaufen, sah meine Garderobe nach und nach ganz schön mau aus - aber dazu und wie die Pläne gehalten haben ein andermal mehr. Als dann auch noch der Sardinienurlaub anstand, wuchs die Ahnung, dort in abgeranzten Jeansshorts oder schlecht sitzen Kleidchen unterwegs zu sein. Womit ich wieder beim Beginn des Posts wär: "Nö. Heute Abend näh ich mir 'ne Hose."

Spoiler: Ich hab 'ne Hose!


Das Schnittmuster ist wirklich denkbar easy, schnell ausgedruckt, geklebt, ausgeschnitten und auf Stoff übertragen. Ein Gummiband hatte ich noch und ein großes (für den Schnitt mindestens 150 cm * 50 cm) Stück dunkler Anzugstoff sah perfekt für das Projekt aus. Ähnlich wie Jenni verzichtete ich auf die Bogenkante - allerdings hauptsächlich, weil ich keine allzu verspielten Shorts haben wollte. Der Stoff war zwar unerwartet zickig, aber gefühlt nur einen Moment später konnte ich meine neuen Shorts anprobieren. Ich musste lediglich die Unterkante der Hosenbeine noch einmal etwas weiter oben annhähen, denn ohne die Bogenkante und trotz ewigen Bügelns schaute der umgeknickte Stoff immer wieder unten raus. Aber sonst? Top! Passt super und wurde spontan am nächsten Tag (mit Strumpfhosen darunter) schon mal in Leipzig ausgeführt.

Dunkel und schlicht und damit vollkommen zufrieden 


Und das schönste? Jetzt bin ich angefixt. Da wandern bestimmt noch ein paar mehr selbstgemachte Teile in meinen Kleiderschrank. 

Inspirationen und Anleitungen bietet das Internet in unglaublichsten Mengen. Meine aktuellen Lieblingstipps:

Lisa von meinfeenstaub und Katha von katastrophal haben die Aktion DIY your closet ins Leben gerufen, auch Jennis Shorts sind dabei entstanden.

...Ebenfalls bei Jenni gibt's die zuckersüßesten Schweinchen-Espadrilles, die es mir ganz schön angetan haben. Nur, dass ich bestimmt im letzten Moment wieder zu 'nem einfarbigen dunklen Stoff greifen würde.

Charlie von thisblogisnotforyou hat sich ihr Hochzeitskleid einfach mal selber genäht. So komplett. Auf ihrem Blog gibt's unheimlich viele schöne Kleidungsstücke, Ideen und Tutorials. Dank Herbstanbruch bin ich an dieser Strickmütze hängen geblieben.

Wo wir grad bei Kälte sind: Kein Kleidungsstück aber so kuschelig und auf meiner To Do-Liste gelandet ist diese Decke.

Daniela von Green Bird strickt, näht und häkelt so unheimlich viel - zum Beispiel diesen Cardigan.

Nur mal kurz auf Instagram luschern und bei omni view und Susi Strickliesel hängen bleiben.


Und ich so? Habe zurück zu Hause das Strickzeug wieder ausgepackt, dank 25 % Rabatt mal bei we are knitters zugeschlagen und warte nun (mit ein paar Mützenprojekten) gespannt auf den Abruzzo Sweater in Weiß mit schwarzen Streifen - und bin noch gespannter, ob ich ihn diesen Winter noch tragen kann. Gegen die Ebbe im Kleiderschrank.

- Maren 

20. September 2016

Wieder zuhause


Die Sache mit dem Reisen und Nach Hause kommen ist verzwickt: Unterwegs sein, staunen, Ziele haben aber kaum feste Pläne, sich treiben lassen und entdecken - und auf der anderen Seite das sichere Gefühl, an einem Punkt zu sein, von dem aus alles irgendwie läuft, an dem man genau weiß, wo alles ist und wie alles schön wird, an dem Pläne geschmiedet und verwirklicht werden können. Das Eine mal schöner als das Andere zu finden, kann ich nachvollziehen, pauschal etwas besser zu finden, das hab ich nicht drauf.

So war es bei der Rückkehr aus Sardinien vor ein paar Tagen wie nach jeder Reise: So viel Vorfreude, wieder nach Hause zu kommen, den Tag nach meinem eigenen Zeitplan zu leben, mich wieder in mein heiß geliebtes Arbeitsleben zu stürzen. Und in der Magengegend doch das Zwicken, eigentlich im Urlaub bleiben zu wollen, noch ein bisschen was zu sehen, zu entdecken, zu erleben. Hey, nur noch ein Eis, nur noch einmal baden gehen.

Und zuhause dann die Feststellung, dass ich dafür, dass es nie geplant war, dieses Jahr ganz schön viel unterwegs war. Okay, fest im Plan war der Jahresbeginn in Valencia, ein paar Festivals ebenso. Dass aus letzteren insgesamt drei Wochen werden, sich mehrere Städtetrips dazwischen schieben und eine spontane Einladung nach Sardinien folgen sollte, das war so nicht gedacht - hat aber letzten Endes dafür gesorgt, dass von Mitte Juni bis Mitte September irgendwie immer was mit Reisen anstand und insgesamt alles so, so gut war.

Mit dem Gedanken im Kopf und der frischen Erinnerung, dass auch über zwei Jahre nach der letzten wirklich großen Reise alles irgendwie immer geht, alles gar nicht so weit weg ist und das Leben abseits der vertrauten vier Wände und Strukturen voll klar geht, freue ich mich nun aber erstmal auf das Zuhausebleiben. Darauf, Freunde, Wohnung und Arbeit zu genießen, meinen Tagesablauf nicht nur zu bestimmen, sondern im Voraus schon ziemlich genau zu kennen und mich doch garantiert nicht zu langweilen.

Die nächste Reise? Kommt bestimmt.

- Maren 

P.S.: Für Fernwehgeplagte, Stubenhocker, Ländersammler und Wochenendausflügler - dieser Reisetext von Heldenwetter ist einfach nur schön.

6. September 2016

18 Reisebilder & ein Reiseplan


Die Sache mit dem Fernweh kenne ich ebenso gut wie das Bedürfnis, Wochen lang zuhause zu bleiben, an vertrauten Orten, mit vertrauten Personen. Nachdem der Sommer gefüllt war mit den entspannendsten 2 1/2 Wochen Festival (wohlgemerkt: Einzahl. Wenn ihr je die Möglichkeit habt, Auf- und Abbau eines Festivals mitzumachen, sagt nicht nein! Trotz Stress und Muskelkater ein tausendschöner Ausgleich zum Alltag.), zwei kleineren Touren nach Halle und Berlin, einem Besuch an der Ostsee und einem weiteren Festival zum Augustausklang, hatte ich mich fest drauf eingestellt, dass nun bald der Herbst anbricht, Teetrinken und Gemummel und Weihnachtsvorbereitung auf Dawanda starten.

Tja, falsch gedacht: Relativ spontan feiern ein Freund und sein Bruder ihren Geburtstag auf Sardinien nach und haben eine ganze Bande Freund*innen eingeladen - und der Liebste und ich dürfen mit! Also nix mit Sommerausklang, bald gibt's nochmal ordentlich Sonne, Strand und Urlaubslaune.

Trotz des "Oh fein, bald gibt's Wollschal, Tee und Heizungsluft!"-Gedankens war es nicht schwer, das entsprechende Fernweh wieder aufzubauen, denn Ariane von Heldenwetter und Anna von Annanikabu haben mit ihrer Foto-Challenge #Reisebilder dafür gesorgt, dass jeden Tag ein anderes Reisethema über Instagram lief und ich immer wieder gezwungen war, die Reisefotos der letzten 11 Jahre nach einem passenden zu durchforsten.

Fast 1.800 Fotos sammeln sich unter dem Hashtag, 18 davon sind von mir und alle 18 gibt's jetzt und hier. Weil wegen Fernweh.


Am 5. August bin ich mit der Reiselektüre eingestiegen. Im letzten Urlaub in Valencia hatte ich gar keine, sondern hing eher auf Twitter rum. 


Am  6. August ging's das erste Mal per Foto nach Georgetown, Malaysia. Es sollten viele weitere folgen. Georgetown ist voll mit großartiger Streetart und kleinen Details und unter bewusst Reisen - das Thema des Tages - fällt für mich vor Allem, sich die Zeit und Ruhe zu nehmen, all diese Details zu entdecken und zu genießen. Eine Lomo-Tour durch Georgetown gab's auf diesem Blog auch schon mal.


Am  7. August habe ich entschieden, als "schönste Reise-Erinnerung" eine meiner wichtigsten zu wählen: Die Reise in den Jemen im April 2007. Die Altsstadt von Sana'a sieht schon lange nicht mehr aus wie auf dem Foto. In der aktuellen Jungle World schreibt Oliver M. Piecha über das jemenitische Desaster.


Strahlend Blau - und um nicht auch bei einem Strandbild zu landen, wählte ich am 8. August diese Wand in (na ratet mal ;)) Georgetown aus.


Souvenirs bringe ich zwar zu Hauf mit, meistens aber eher Brauchbares. Also alles, was ich verbasteln oder essen kann. Von den schönen Dingen gibt's dann "nur" Fotos.


Das Reisegepäck findet sich ebenso wenig auf Fotos wieder und soll einzig und allein praktisch sein um Touren wie diese mitzumachen: Bei Sonnenaufgang hunderte Meter bei Ebbe durch flaches Wasser laufen, um schließlich auf ein Longtailboat zu klettern und die Reise fortzusetzen.


Nach einer kleinen Fotopause ging's am 15. August weiter mit kulinarischen Entdeckungen, von denen ich die besten in Südostasien am Straßenrand, mit Plastikgeschirr und kühlem Bier gemacht habe. Hier in Kuala Lumpur.


Den schönsten Blick aus dem Fenster gab's auf Koh Tao in der Shark Bay. Liegend vom Bett aus und mit vielen, vielen kleinen Haien im Wasser.


Definitiv nicht die beste oder liebste Unterkunft, nach der am 18. gefragt wurde, aber im Nachhinein die, über die ich noch die meisten Geschichten erzähle. Wen interessiert denn, wann ich wo super geschlafen und ein gemütliches Zimmer hatte? Und 3 € pro Nacht sind auch in Malaysia ziemlich unschlagbar.


Nach der Festivalpause ging's am 23. August weiter mit dem Bild, auf dem sich so viel "immer wieder gern" versammelt: Lomographie, Strand, rumhängen, Sonne, Knabberkram und der allerliebste Fotograf hinter der Kamera. 


Ein weiteres Mal bewusst reisen, ein weiteres Mal Streetart in Georgetown.


Kunterbunte Kuscheltiere auf dem Nachtmarkt in Chiang Mai und die kurze Zeit, in der ich relativ viel mit der App Prisma rumgespielt hab.



Im botanischen Garten von Valencia leben so unglaublich viele Katzen. Diese weniger begeisterte habe ich am 27. August als Reisegebegegnung gewählt.

Überraschend war, im Frühjahr 2014 während der Proteste in Bangkok auf Nummer Sicher und nur ins Museum zu gehen ...und auf dem Rückweg dann doch mitten in der Straßenblockade zu landen. Die sich zu diesem Zeitpunkt zwar schon in einen Spot für Tourifotos verwandelt, Eltern zuhause aber weniger begeistert hat.


So richtig, richtig blöde Sachen sind mir zum Glück noch nicht auf Reisen passiert. Also, Überfälle, Gewalt, Diebstahl, Koffer weg ...nichts. Über die mieseste Story - den Tag, an dem die stundenlange Bootstour und die üble Lebensmittelvergiftung aufeinander trafen - konnte ich schon kurz danach ziemlich schmunzeln.


Beim Posten meiner Kotzestory am Vortag habe ich leider übersehen, dass das Thema "Sonnenuntergang" auf den nächsten Tag fiel. Der Ordner mit den Fotos von der Neuseelandreise war die Rettung. Diese Schönheit entstand im September 2005 in Franz Josef auf der Südinsel.


Und schließlich: Die Reisepläne. Nach Valencia, wo dieses Foto entstanden ist, könnte ich wohl immer wieder. Aber - wiederhol ich mich? - erstmal geht's nach Sardinien!

Habt ihr auch bei der Challenge mitgemacht? Mein Instagram-Account kam dadurch wieder in Schwung und wird seit Anfang August regelmäßig bespielt - mit ziemlich viel Spaß! Mittlerweile stecke ich schon in der nächsten Challenge und Handlettering wird sicher auch mal Thema auf dem Blog sein... über neue Follower freu ich mich natürlich immer riesig. 
- Maren

1. September 2016

Monatsrückblick #5 - August 2016

Der letze Monatsrückblick ist ewig her, der Blogneustart guter Grund, weiter zu machen.

Der August war bestimmt von ...
Reisen. Nicht nur Instagram war voll mit der #Reisebilder-Challenge von Heldenwetter und Annanikabu, sondern ich war ganz schön viel unterwegs: In Berlin, an der Ostsee, in Schwerin, auf einem Festival. Und nebenbei noch kreuz und quer in Leipzig.

Hansesail in Rostock. Mittendrin furchtbar, von oben echt schön.


Das Tollste im August war ...
Viel mit Freundinnen und Freunden unterwegs zu sein. Konzerte, Festival, Kochabend, Fußballgucken, Schwimmen gehen, Park und Kneipe - dem Sommer fehlte es an nichts und schon gar nicht an lieben Menschen. ♥ 

Meine schönsten Entdeckungen im August waren ...

A Color Story - erst am letzten Augusttag entdeckt und schon so viel durchprobiert. Die Foto-App bietet nicht allzu viele kostenlose Features, aber fürs Erste ausreichend, um ein bisschen rumzuspielen. Nach ein paar mehr Tutorials, mit mehr Ahnung und Fotoplänen lohnen sich sicher auch die kostenpflichtigen Filter und Effekte. Also, falls ja, werde ich davon bestimmt Ende September erzählen. ;)

Pasta mit Pfifferlingen in grünem Curry. Klingt schon so, geht auch sehr, sehr gut.

Orange is the new Snack. Und alle anderen Film- und Serienparodien der Sesamstraße.

Die "Felsprinzessin" gab's vor Ewigkeiten schon mal in meinem Dawandashop. Nu ist die Gute in vielen, vielen Farbtönen zurück und hat sich auf Instagram schon ordentlich sehen lassen. Shop kommt bald. Versprochen.


Dieser Blog ist im August ...
Überhaupt wieder gestartet und ich bin sehr, sehr glücklich damit. Die #Reisebilder-Challenge auf Instagram war der Startstupser, mich mal wieder so richtig in die sozialen Netzwerke zu schmeißen, zu fotografieren, zu schreiben, zu teilen. Und von pinterest komm ich jetzt auch nicht mehr los.

Nächsten Monat habe ich vor ...
Den Sommer zu verlängern und mit Freunden für eine Woche nach Sardinien zu fahren. Das war bis vor kurzem gar nicht geplant, dann wurden der Liebste und ich eingeladen und der Gedanke "Noch 'ne Woche arbeiten kannste immer, aber die Pizza, die haste gegessen oder eben nicht!" war schnell so groß, dass wir zugesagt haben. Bereitet euch also auf viele, viele sonnige Instagram-Fotos vor!



Wie war euer August?

17. August 2016

Festivalgoldstück Nr. 4: Commander Love

Morgen geht's zum dritten Mal auf's Plötzlich am Meer und in all der Vorfreude fiel mir eine völlig vernachlässigte Blogkategorie ein: Die Festivalgoldstücke!



Wirklich voran ging die Kategorie mit nur drei musikalischen Goldstückchen - Electronic Swing Orchestra, Bebetta und Phia - noch nicht, aber was nicht ist, kann ja noch werden.

Als Belohnung für besonders langes Verweilen auf der Tanzfläche, für besondere Lässigkeit oder weil wir nach fünf Jahren (!) "Jaja, der spielt da, aber wir gehen nicht hin" dann doch mal zu einem seiner Sets tanzen gingen, hat Commander Love uns im vergangenen Jahr beim Plötzlich am Meer ganz schön umgehauen. Während die gesamte Bande zum Hauptact des Abends lief, blieben wir zu dritt auf dem kleineren Floor, einfach weil's schön war und um mal zu schauen, was der Herr Commander denn so spielt. Und dann gab's Tanzbares vom Feinsten.




Viel Spaß mit dem Set - ich werd dann mal sämtliche Klamotten imprägnieren und mich auf ein Schietwetterfestival mit schönster Musik freuen. 

9. August 2016

Valencia, du Schöne!

Nein, nein, das hier wird kein Reiserückblick, sondern nur ein kleines In-Erinnerungen-Schwelgen und Hoffen, dass ein bisschen Begeisterung über die Bildschirme zu euch hinüberschwappt.

Wer auf diesem Blog einen langen Atem hat, erinnert sich: Schon Weihnachten und Silvester 2014 / 2015 wurden in Valencia gefeiert. Es war wohl eine Mischung aus Einfallslosigkeit, dringendem Bedürfnis nach Entspannung und der simplen Tatsache, dass die Stadt halt echt. so. so. so. schön. ist. (!!!), die dafür sorgte, dass der Liebste und ich am zweiten Weihnachtsfeiertag die Rucksäcke packten, uns am Flughafen trafen und ein paar Stunden später in einer über airbnb erstöberten Studentenbutze im von Reiseführern als "hip" bezeichneten Viertel Ruzafa wiederfanden.

Zehn Tage waren wir in Valencia unterwegs und haben ...nun, eigentlich echt nicht viel gemacht. Dass wir ein Jahr zuvor schon sämtliche Sehenswürdigkeiten angesehen hatten, ermöglichte uns, uns jeden Tag aufs Neue einfach treiben zu lassen und statt Kathedrale, Markt und Seidenbörse (an denen natürlich trotzdem kein Vorbeikommen war), kleine Gassen zu durchstreifen ...


 

...uns auch mal ein paar Tage außerhalb der Innenstadt und "unseres" Viertels zu bewegen, uns in Hafennähe so richtig schön zu verlaufen und das ohnehin eher ruhige Benimaclet zur späten Nachmittagszeit fast menschenleer zu erleben.


Zwischendurch gab's zwei Tage am Strand, der trotz Wind und Weihnachten Platz, Zeit und Ruhe für ausgiebige Mittagsschläfchen bot. Wie praktisch, dass sich direkt an der Promenade ein Paella-Restaurant ans andere reiht. Pro-Tipp: Ein Lokal etwas abseits der riesigen Tourimeile wählen, 'nen Zehner mehr als üblich im Portemonnaie haben und den Weißwein nicht vergessen. Pro-Tipp, der so pro ist, dass wir's in zwei Jahren nicht geschafft haben: Kuchenhunger und viel Zeit mitbringen - und vor allem etwas Geduld, um auf einen Tisch zu warten - und ins La Más Bonita gehen.

Ich bin heute noch stolz auf meine Überredungskünste, am letzten Tag vor der Abreise dann doch nochmal in den Botanischen Garten zu gehen. Blühendes sucht man dort im Winter nach wie vor fast vergeblich, dafür gibt's riesige Kakteen und vor allem: Katzen. So, so viele Katzen.



Und weil ich mit diesem Post keine einzige der "klassischen Sehenswürdigkeiten" vorweggenommen, keine Speisekarte abgearbeitet und den Hinweis für schmale Geldbeutel - bucht euch in einer Studi-WG ein Zimmer - fallen gelassen habe, bleibt nur noch zu sagen: Fahrt hin und entdeckt die Stadt am besten einfach selber.

4. August 2016

Pause. Und dann weitermachen.


Dass es so lange wird, hätte ich auch nicht gedacht: Am 1. Juni erschien im vergangenen Jahr der vorerst letzte Post auf diesem Blog, etwa drei Wochen später entschloss ich mich, eine Pause einzulegen. Pause, das war dann von einem Tag auf den anderen: Keine Texte mehr, keine Basteleien, keine Fotografie, keine Rezepte. Und das ging so über ein Jahr.

Der Grund für die Pause liegt verzwickterweise darin, dass ich über ihn gar nicht so richtig erzählen möchte. Während ich mich im März 2015 noch über rückständige, menschenverachtende Äußerungen und Ideologien ausgekotzt und großspurig Beschlüsse gefasst habe, folgte ein paar Monate später der Beschluss, die ganze Nazi-Scheiße hier nicht zum Hauptthema werden zu lassen. Realität war die Nazi-Scheiße aber immer noch, ob nun im Internet oder auf der Straße, Montagabend in Leipzig oder Freitagnacht in Freital. Bei alldem bunte Streusel zu fotografieren, Bastelanleitungen zu schreiben oder überhaupt in die Welt herausposaunen, wie's mir so geht, kam mir unendlich unwichtig und albern vor. Also hab ich's gelassen. Und im selben Atemzug nicht mehr die Fotos anderer angeschaut, keine Bastelanleitungen mehr gelesen und mich nicht mehr dafür interessiert, was meine bis dahin Lieblingsblogger*innen so in die Welt herausposaunen.


Dass das so auch nicht geht, hat sich nach und nach immer deutlicher gezeigt - aber gar nicht schlimm, sondern mit einer riesigen Laune, neue Sachen auszuprobieren, schöne Dinge anzusehen, schöne Dinge zu machen, schöne Dinge zu teilen und sie nicht als "unwichtig" aus meinem Leben auszuschließen. Und auch mal zehn Minuten lang den perfekten Instagram-Filter auszuwählen. Und darum wird's hier weiter gehen. Bestimmt schleppend, bestimmt holperig, aber mit Spaß dabei. Und liebe Lieblingsblogger*innen da draußen: Euch folge ich schon längst wieder.